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Grand Chapitre am 9. Mai 2009 in Ettlingen / Baden Baden

auch Geburtstag voJoachim Book!! happy birthday

(geschrieben am Freitag um 22:00 Uhr, sozusagen 1. Teil)

Ein Grand Cahpitre der Châine de Rôtisseurs (Nobelfressclub mit 500 jährigr Traditon) findet nur zwei mal im Jahr in Deutschland statt. Aufgenommen wird man in dieser Confrerie (Brüderschaft) mit zwei Bürgen aber erst mit der Inthronisation und dem Erhalt seiner Insignien (Kette und Abzeichen) ist man ein richtiges Vollmitglied.

Die Vor- und Nachteile habe ich hinlänglich beschrieben und man findet einige VAs auf diesr HP.

Diner de Chasse 07        Hilton 08         Châine Bericht - passwortgeschützt

Im Januar kam die Einladung für Baden Baden und da die Kriese noch nicht so fortgeschritten war, habe ich mich für viel Geld angemeldet, das Schwert auf der Schulter und den Bruderkuss von Herrn Wachs zu ehalten.

So kam Freitag, der 8. Mai 09. Eigentlich ein Arbeitstag allerdings beginnt die Zeremonie um 11:00 Uuhr am Samstag und mitten in der Nacht losdüsen?, ...wer will das schon!

Also plane ich eine gemütliche Bahnfahrt nach Baden Baden und buche im legendären Erbprinz in Ettlingen ein Einzelzimmer. Ob eine meiner Töchter mitkommen kann, war noch unklar. Aber wer weis, wen man noch kennen lernt. (Ich weis es,... der Altersdurchschnitt der Châine Mitglieder ist wohl locker über 60.)

07:00 Uhr, ich bin ein überpünktlicher Mensch (was Jeffrey übrigens und glücklicher Weise von mir geerbt hat) und ich stehe froh auf, um meine dreitägige Reise anzutreten.

Zwei Hemden bügeln, Balkon und Zimmerpflanzen gießen, Müll raus, so'n bischen Ordnung, Koffer zu Ende packen und nochmal durchgehen, ob alles dabei ist. (Herr Wachs hatte auch sein Smokinghemd vergessen und mich schon angerufen, ob ich über mehrere verfüge und eins mitbringen kann. Aber ich habe nur zwei, eines ist nicht besonders und wenn ich mich bekleckere, na dann hat er mein sauberes an und ich bin blamiert.

Also Smoking, Schuhe, Schuputzzeug, Hemden, Unterwäsche (sexy, man weis ja nicht, wen man kennen lernt), Manchettenknöpfe, Hygieneartikel, Wechselanzug und noch ein Foto vor der Reise.

Ganz leger, ich habe ja frei, gehe ich um Bus und mache mich auf zum Hauptbahnhof.

Im Zug war der Plan, meine Power Point für China fertig zu stellen. (ich bin ab 1. Juni - 12. Juni in Peking und darf für das neue Maritim dort MECS mit aufbauen, es folgen evtl Shanghai und Honkong, schöne Abwechslung, obwohl ich die nicht brauche, aber Beijing ist schon reizvoll, 9 Million bycicle, you know)

Allerdings war die Bahn so voll, dass ich meinen laptop in der Tasche gelassen und ein bischen gelesen habe. Muss ja nicht jeder mitbekommen, was ich da tippe. Ich habe aber neue Stücke für meinen Theaterclub gelesen und ein paar Konzepte für die Umsetzung gemacht. Meine Rollen habe ich auch schon raus gesucht und freue mich schon auf die Proben. Dann habe ich noch etwas im Spanischbuch geblättert und kurz vor dem Umsteigen in Karlsruhe hole ich mein Programm für die nächsen Tage raus. Ich will im Hotel anrufen, um zu fragen, wie ich vom Bahnhof Baden Baden zum Hotel komme. Ich soll mt der S-Bahn nach Karlsruhe fahren. Na toll, beinahe wäre ich  in Karlsruhe umgestiegen und hätte mich weiter entfernt. Ich habe extra Ettlingen gebucht, da die Inthtonisation im dortigen Schloß statt findet. Habe aber verpeilt, dass die Abendveranstaltung in Brennrs Park Hotel, 30 km entfernt, in Baden Baden statt findet. So what, ich komme ins Hotel und werde bezaubernd begrüßt.

 

Nicht nur außergwöhnlich attraktiv, sondern auch freundlich umsichtig und wohlwollend. Ich bekomme ein upgrade in eine Juniorsuite und ferue mich auf einen entspannten Nachmittag, gehe auf mein Zimmer und packe erst mal aus.

Das gediegene 5 Sterne Haus ist zwar in die Jahre gekommen aber man gibt sich mit Herzlichkeit alle Mühe, kleine Blessuren zu überdecken. Klappt.

Meine Suite lieg in der 5. Etage und ich bin angenehm überrascht.

 

Ein wunderschönes Bad und ein geräumiges Zimmer, sicherlich antiquiert aber sauber und die Suitenmanagerin kam auch gleich.

Als ich im Zug mein Programm raus nahm, laß ich auch, dass zur Inthronisation ein dunkler Anzug vorgeschrieben ist. Blöd gelaufen, habe meinen Beigenen dabei, da ich dachte, man schmeißt sich gleich in den Smoking.

 

Aber Ettllingen hat natürlich Herrenausstatter und die haben etwas besonderes. Nämlich 40 jähriges Jubiläum, genau wie Maritim. Also gab es Prozente und einen schwarzen Anzug kann man immer anziehen. Verbunden mit einer Ortsbesichtigung düse ich demzufolge in die Ettlinger City.

 

Man achte auf den Button, in 10 min hatte ich einen Anzug, ein neues Hemd und 350 € weniger.

Hier folgen noch einige Ettlinger Impressionen. Das Schloß ist jedoch eine Enttäuschung. Aber gut, ich bin verwöhnt.

 

 

Schloß                                          Marktplatz                                   Badisches Venedig

 

Ich freue mich, dass es W-Lan gratis gibt, gehe auf mein Zimmer, rufe Emails ab und gehe in die Green Horse Smokers Lounch, um mein Areritif - Bier zu trinken und lerne einen pfiffigen Barmann aus dem Iran kennen.

 

Er ist Fan von Bayer Leverkusen und reserviert mir einen Tisch in der Bauernstube. 35 € für einen Hauptgang, so ganz alleine, da mag ich es lieber rustikal. Ds Essen war lecker, für meine Diät geeignet und relativ günstig. Die bildhübsche und blonde Serviertochter habe ich in dem gut gefüllten Lokal nicht nach einem Foto gefragt. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Und was für einer, ich gehe dann mal schlafen, denke an Jeffrey, der heute zwei Folgen 24 gesehen hat und an Sarah, die in der CPO singt und ich nicht dabei sein kann.

 *****

ICH HABE SIE, DIE KETTE, NACH 28 JAHREN BEKAM ICH DIE ERSTE URKUNDE UND EINEN TELLER UND HEUTE....DIE KETTE.

 

 

Also stelle ich mit zu acht Uhr den Wecker und freue mich auf mein Zimmerfrühstück. Kam auch pünktlich um kurz vor neun. Ich hatte schon Teile meines neuen Outfits an und und früshstücke gegmütlich (ohne warme Milch, die wurde vergessen) und genieße den sommerlichen Tag.

 

letzte Kontrolle, noch ohne Kette

Dann marschiere ich tapfer rüber zum Schloss und bin erfreut, dass der Innenhof und die Räume etwas barocker ausfallen als die Außenfassade.

 

Zu meinem Entsetzen sah ich auf der Empore ein Trio mit Klarinette und Fagott, gehe nochmal raus und treffe Ehepaar Wachs und Ehepaar Klemke, wobei Herr Klemke, Wurstfabrikant aus Reinickendorf, heute zum Chevalier ernannt wird. Auf dem Marktplatz vor dem Schloss nehmen wir noch einen Macciato und ich bitte Frau Wachs, meinen großen Moment mit der Kamera aufzunehmen und erläutere kurz die Tasten. Das Ergebnis:

 

 

 

Danach nehmen alle Ihre Plätze ein und es geht los. Einlauf der Würdenträger, links die ganz Hohen, rechts die Baillies. Und das Trio von der Empore beginnt gleich nach einer kurzen Begrüßung des Deutschlandvorstizenden, Freiher von Stetten.

 

 

Grüne Ketten haben die Verbandsvorsitzenden, rot, die Übergeordnetten und Weltweiten, Orange die Küchenprofis und Lila (schützt vor Schwangerschaft) ...nein, nein, die Hoteliers, Sommeliers und Nichtprofis. Unterschieden wird dann noch durch Borten, Farben der Ketten und weitere Abzeichen. Ach ja, blau gibt es auch noch, Amtsträger mit besonderer Funktion.

Als erstes werden Commandeursorden vergeben, dann werden alle mit Rang und Namen aufgerufen und wenn 88 Personen mit Applaus begrüßt und verabschiedet werden, ....dass kann dauern und ich freue mich auf das abschließende Fagottinferno.

Doch dann kommt mein Name und ich darf nach vorne, erhalte die Kette, eine Urkunde, Shakehands und man legt mir das Schwert über die Schuloter. Die Zeremonie nahm der griechische Balli vor, der den Präsidenten vertrat. Tassos Kioulpapas. Auch Mitglied des Conceil Magistral. Ich bin hin und weg. Aber ich habe angefangen, jetzt muss ich da durch. Ich glaube übrigens, ich war so der drittjüngste von 150 Menschen. (mit Ketten aller Art)

 

 

Herr Wachs legt mir die Kette um. Wenigstens Herr Wachs, den ich sehr verehre. .....papas macht die Nummer mit dem Säbel. Zum Glück bin ich keine Champagnerflasche. In vorderster Reihe saß Fritz Stumm, auch Berliner Küchenurgestein (lieb gemeint, Fritz) der die Fotografenaufgabe von Frau Wachs übernahm.

Nach mir kommen noch mal so 59 an die Reihe und das musikalische Trio beendet nach 90 Minuten die Zeremonie. Herr Kemke war auch noch dran, wir sehen uns heute Abend im Brenners zum Diner Amical wieder . Mit Kette.

 

 

Gruppenfoto und allgemeines Beisammensein in viel zu kleinen Räumen. Ich verabschiede mich artig in die Zimmerstunde, da mein Frühstück noch nicht mal verdaut war und es immer wärmer wurde in den engen Räumen und mache noch ein Foto mit Herrn Wachs.

 

Jetzt bin ich durch das sommerliche Ettlingen in mein Hotel spaziert, feue mich auf den Abend, schaue auf Premiere Fussball und hoffe dass alle außer Hertha verlieren, gehe vorher in die Sauna (ich nehme meine Kamera mal mit, man weis ja nie, wen man trifft) und berichte morgen vom Abend im Brenners Park Hotel.

****

Nachtrag:

Wie ich in den sehr schönen Wellnessbereich komme, ist dort nur ein französisches Pärchen, das sich nicht zu fotografieren lohnte und schnell in der Dampfsauna verschwand.

 

Als die dann gingen und ich bei 100 ° allmählich Langeweile bekam, ging meine Tür auf, sie zog sich ihren Mantel aus und ich glaube, es waren sieben Spiele, .....wie gingen eigentlich die Fußballergebnisse aus?

 

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Adrienne, ich gehe trotzdem zum Diner Amical.

 

*****

Das war natürlich ein Spaß, Adrienne ist eine nette Brieffreundin aus Nicaragua. Sie mag aber nur Frauen. Etwas, was wir gemeinsam haben.

Gegen 17:00 Uhr habe ich mir dann ein  ein Taxi bestellt und fühlle mich nicht ganz so wohl. Beim Bekleidungskonzept ist mir noch ein Fehler unterlaufen.

Als ich mir kurz vor Silvester einen neuen Smoking gekauft habe, wog ich noch über 100 KG. Seit dem hatte ich den nicht mehr an und habe ihn einfach nur so eingepackt.

18 KG weniger und später (das ist eine volle Konfektionsgröße kleiner) hatte ich keine Hosenträger bei und die Jacke sah aus, als wenn ich sie mir von Holger Zoch geborgt hätte. (sorry, nicht böse gemeint, du bist eben ein paar cm länger und hast einen schweren Knochenbau)

Aber die neue Kette kaschiert einiges.

Als ich las, dass die Inthronisation in Ettlingen statt findet, war ich der Meinung, ich bin schlau und buche im Erbprinz, über den Damm. Allerdings war die Abendveranstaltung in Baden Baden und ich musste also die Strecke mit einem Taxi bewältigen. Hat sich allerdings gelohnt.

Wie ich dort ankomme, ich war noch nie da, war ich schon beeindruckt von dem Gebäude. Ich habe in den besten Hotels der Welt gearbeitet und dieses erinnerte mich sofort an die vielen schönen majestätischen Gebäude, die eine Nobelherberge ausmachen. Zunächst von außen.

 

Schon mal ein imposantes Entree.

 

Darum heist es "Brenners Parkhotel".

 

 

das Hotel von hinten                              Apero im Garten               umsichtiges Personal

 

 

 

 

 

 

 

Ich lerne junge Leute kennen, mit Kette.....?!?!!!.... hat man Chancen.

Im Garten habe ich dann Fritz Stumm getroffen und ein nettes Ehepaar kennen gelernt, Der Aperitif ging solange bis der Regen einsetzte. Was dem Service und vor allem der Küche, wohl entgegen kam.

 

 

 

Fritz Stumm und Lilly Binder aus Zürich                                        kennen gelernt aber aus den                                                                                                            Augen verloren 

Auf das Menü will ich mal verzichten. Die übliche Manöverkritik fiel berechtigt aus. In einem zu kleinem Raum, für 250 Leute auf hohem Niveau zu kochen und zu servieren, ist immer eine Herausforderung. Aber so im Vergleich..... unsere Leute im proArte machen schon einen geilen Job, das hätten WIR besser hinbekommen. Was kein Tadel ist, allerdings lernt man zu schätzen, wenn man andere Leitungen sieht, was man selbst in der Lage ist zu präsentieren.

Kurzes Resumee: Was mir fehlte, war Würze und wenn man Kästner kennt, Optik und Perfektion.

Aber, ich hatte einen netten Tisch. Zunächst bat ich Herrn Wachs, mich bei ihm zu platzieren. Hatte nicht geklappt und dann saß ich beim Bailli aus Hessen, Herrn Freitag. Ein total sympathischer Herr mit einer ebenso liebenswürdigen wie attraktiven Ehefrau. Es war rührend mit anzusehen, wie nett die Beiden miteinander umgingen.

 

Ehepaar Freitag

Zu meiner Rechten hatte ich eine Dame, deren Lebensgefährte kürzlich verstarb mit dem Sohn und dessen Ehefrau, des Verstorbenen. Nette Leute aus der Maschinenbaubranche.

 

Mir vis a vis saß ein Hautartzt mit Gattin.

 

 

 

Zu meiner Linken hatte ich dann meine herzliche und unterhaltsame Abendunterhaltung. Ein Landartzt aus der Nähe von Marburg nebst "besserer Hälfte". Es war herrlich, die gesamte Konversation. Sie haben drei Kinder und sind ein bezauberndes Pärchen, was ich hoffe, demnächst mal in Berlin wieder treffen zu dürfen.

Ehepaar Uta und Walter Engelbert.

Fazit: Ich habe nette Leute kennen gelernt, habe gut gegessen, wenig getrunken und bin total überrascht, habe nicht zugenommen. (ich war erstaunt, wieviel Alkohol in Menschen passt, auch draußen beim heimlich Rauchen, ...hahe aber nette Menschen dabei kennen gelernt) Nach meinem Frühstück und der Heimreise mit der großen Eisenbahn, bleibt als durchdringende Erinnerung der total fehlplatzierte Servicemitarbeiter, der sich Kaffee über die Hand schüttete, mitten im Abteil sein Tablett fallen ließ und überhaupt so vertrottelt war, wie ich noch nie einen Menschen kennen gelernt habe. Was den armen Tropf aber sympathisch machte, er hat immer gelacht. Toll, der hat es gut.

 

Ich bin der Châine verbunden. Habe ja jetzt eine Kette.

Mai 2009

 

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