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Dies ist ein fortlaufender Bericht, scroll down for the news!!!

 

Pfingstsamstag, der 30.05.09

Pokalabend / Werder gegen Leverkusen

Pfingstmontag, den 01. Juni 09 werde ich zunächst nach Frankfurt fliegen und um 14:30 Uhr geht mein Flugzeug mit China Airline nach Peking.

Maritim eröffnet im September in Peking ein 5* Hotel und ich habe bereits vor zwei Jahren gehofft, mit einem Catering - Konzept zu den Olympischen Spielen in Peking sein zu dürfen. Nun hat sich alles verschoben aber ich freue mich jetzt genauso sehr.

Die möchten eine Abteilung MECS und ich darf die Leute schulen.

Ankunft ist Dienstagmorgen um 06:30 Uhr und der Tag beginnt. Man ist dort 6 Stunden voraus.

Mein Flugbegleiter wird Herr Klein, Küchenchef aus Düsseldorf, sein.

Die liebe Mania Feilcke hat mir unter kräftigem Mitwirken von Zauberlilly das Visum besorgt (oder  umgekehrt?)

 

Da bekommt man fast noch einen Ausweis in den Ausweis.

Leider ist meine Power Point abgeschmiert und ich fahre mit halber Präsentation dahin aber ich habe ja noch den Sonntag, um einiges nachzuholen.

Obwohl ich nie Prüfungsangst hatte und eigentlich nie aufgeregt bin, hat mich irgendwie ein Reisefieber egriffen. Aber ich freue mich.

An der Wechselstube im proArte habe ich mir dann noch vier 12 € 40 Cent Scheine geholt.

Kurs 1 : 8,32

 

Nun denn, so ich W-Lan (klingt auch chinesisch) habe, werde ich meine tgl. Erfahrungen und Bilder auf diese Seite stellen.

hui tóu jiàn

(bis bald)

hêng gâo, dôu chóng féng

(ich freue mich, alle wieder zu sehen, ..oder so) - in Berlin

 

Beijing, der 3. Juni 09, kurz vor 24:00 Uhr

(irgendwie habe ich das Datum, die Wochentage und die Uhrzeiten nicht mehr richtig auf der Pfanne. Aber die Eindrücke sind, gerade in den ersten beiden Tagen und das sowohl kulturell wie auch im Job, sehr speziell.

Doch von vorne.

01. Juni 09, 05:30 Uhr

Ich stehe leise auf, damit ich Jeffrey nicht wecke und packe nach einer ausgiebigen Dusche und der üblichen Morgenrituale, den Rest meiner Kosmetik ein. Kein After Shave, das nehme ich vor, günstig am Flughafen zu kaufen, ich fliege schließlich ins Ausland, .... da wird es doch "Duty Free" etwas günstiger sein.

Kaffee, Jeffrey wecken und mit dem großen Koffer runter zum Taxi und ab nach Tegel.

Ich bin natürlich viel zu früh am Flughafen und nutze die Zeit meine Mailbox einzurichten. Und zwar so, dass mich niemand anrufen kann. Das kostet sonst Unsummen.

Vera habe ich auch noch angerufen, sie hat Geburtstag und mir erzählt, dass sie auswandert, in die Toscana. (Vera = meine erste Verlobte, vor 27 Jahren)

 

letzte Zigarette für viele Stunden


Zwei Espresso Macchiato und noch eine Zigarette und ich gehe zum check in.

(Ich bin mit 85 KG hier her und wollte mit 79 KG aufhören zu rauchen. Schon nach dem zweiten Tag, weis ich, das wird schwer, wenn ich wieder in Berlin bin, ich stand gerade vor dem Spiegel, chinese food is great!

In Frankfurt hatte ich drei Stunden Zeit für den Weiterflug und habe zunächst gemütlich eingechecked und dann meinen Reisebegleiter, Herrn Dietmar Klein angerufen, um ihn irgendwo auf dem riesigen Flughafen zu treffen.

Von Herrn Kästner wusste ich, dass der ein angenehmer Zeitgenosse sein sollte und war dann angenehm überrascht, dass er die Erwartung dann auch noch getoppt hat.

Ein super netter Kerl, Küchendirektor in Düsseldorf und ein ausgesprochener Fachmann. Mit ihm bin ich dann noch mal eine deutsche Weißwurst essen und ein Weizen trinken, im Flughafen gewesen und dann ging es ab in die Holzklasse (falls jemand Verantwortlicher von HMS dies liest, ist nicht so bequem).

 

   

Dietmar Klein                                   Blick auf unser Flugzeug            Weißwürste und Weizen


Air China hat jedoch die notwendigen Annehmlichkeiten parat, das Essen ist ok und das Entertainmentpack im Vordersitz ordentlich.

Ich habe mir Herr der Ringe angesehen. In englisch. Hab nicht alles verstanden aber war ja egal, es gab chinesische Untertitel.

Ich habe den Film nie gesehen zuvor, war aber der Meinung, wer Star Wars, Harry Potter, Robin Hood und Titanic kennt, der kennt auch diesen Film.

Beim Landeanflug auf Beijing waren wir dann sehr gespannt, was der Blick nach außen so offenbart.!!! Deutscher Wald und ein modernes Flughafengelände. Auch vor der Landung, ... nur europäisches Industriegebiet.

Als das Flugzeug seine „endgültige Parkposition erreicht hatte und alle aufstehen wollten, um Ihre Sachen zusammen zu suchen, wurden wir recht unfreundlich wieder in die Sitze verwiesen. Es kamen 6 Menschen mit Taucherbrille, Mundschutz und einer Waffe in der Hand ins Flugzeug. Sie hielten jedem die Waffe an den Kopf und gingen dann zum nächsten. Als wenn wir Aliens wären, hat man mit der Waffe gemessen, ob wir Fieber haben. Die Schweinegrippe lässt die hier sehr vorsichtig sein. Später mussten wir noch mal einige Fieberschleusen durchlaufen.

(auch in einigen Clubs muss man vor dem Eintritt seinen Kopf zum Fieber messen hinhalten)

Der Flughafen selbst, der in vier Jahren von der Planung bis zur Fertigstellung (Berlin sollte hier zur Schule gehen) benötigte, ist gigantisch. Wir haben das Gebäude auf ca. 2 km Länge geschätzt. Selbst nach dem check out und dem obligatorischen Pässe kontrollieren, fährt man mit einer Zubringerbahn ca. 5 Minuten zur Gepäckausgabe.

Wir wurden vom Küchenchef abgeholt, (ein Bayer aus Augsburg, der schon etliche Jahre in Asien lebt) und der Weg zum Hotel war ebenso (zunächst) enttäuschend, da wir wieder durch ganz normale Gegenden fuhren, auf einer picobello Autobahn und links und rechts Hochäuser wie in New York.

 

unser Apartement Tower             die Umgegend                             der Eingang zu unerem Hotel


Sicherlich, chinesische Schriftzeichen, Chinesen wo das Auge hinsieht und hier und da mal etwas Ungewöhnliches, aber alles nicht so, wie in alten Filmen. China ist top modern. Zumindest, was ich bisher gesehen habe.

Als wir in einem Riesentower unsere Apartements bezogen waren wir mehr als überrascht. Eine Dreizimmerwohnung, zwei Schlafzimmer, Wohn- Esszimmmer, Bad, Küche und alles sauber eingerichtet.

 

 

 

Impressionen, Esszimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, mein zu Hause für zwei Wochen


Das neue Maritim, Yo(U) – Town ist fünf Gehminuten entfernt und nach erstem Frischmachen (wir haben praktisch nicht geschlafen und als wir ankamen, hatten wir gefühlte 24:00 Uhr aber in Beijing war es bereits 07:30 Uhr und der Tag begann, wir haben durch gemacht und abends um 22:00 Uhr geschlafen, wie Babys.

Kurz bei Starbucks einen Kaffee und ab ins Büro.


Die Beschreibung der Baustelle hebe ich mir auf für ein folgendes Album. Auf jeden Fall steht das Haus (zwei Apartementtower, ein Hoteltower, Shoppingmall über 6 Etagen, Konferenzcenter mit eignem Trauraum – sehr imposant, Spabereich und vielen anderen Items) an exponierter Stelle. Umgeben von Wolkenkratzern und in einem Busines District.

Wen wir zunächst noch kennen lernten, waren lauter nette Kollegen aus Deutschland und die vor Ort lebenden und für Maritim tätigen Personen, sowohl aus Deutschland als aus China.

Es ist etwas schade, jedoch war man auf meine Tätigkeit nur unzureichend vorbereitet und ich suche mir meine Arbeit irgendwie schon alleine. Aber... es gibt soooooo viel Arbeit.

 

völlig irre, ...wir unterhalten uns so, bei einer Zigarette vor der Tür und stellen fest....

wir sind beide Freunde von Jürgen Grübel. (gemeinsame Hofa, Kenia und jetzt Kairo)

Harald Juen hat mit Jürgen bei ITS zusammen gearbeitet und ist jetzt sympathischer Cost Controller bei HMS


Mittags geht man gemeinsam in eines der kleinen Restaurants in der Mall und
bekommt für 3 –5 € ein komplettes Menü inkl. Getränk. (Taxi fahren ist für einen Berliner wie Schlaraffenland. Der Flughafen hat ungefähr die Entfernung von Schönefeld und man bezahlt ca. 10 € in die City. Normale Fahrten innerhalb der City kosten meistens 1 €.

(Wenn man sich so ein paar Tausend vom Automaten holt, kommen nur Hunderter raus, die auch bei jedem Bezahlen kontrolliert werden, Falschgeld scheint hier auch ein riesen Thema zu sein.)

Den Supermarkt, in dem wir uns Wasser, ich ein Sixpack Bier, Kaffee und Milch für morgens und eine Tasse gekauft haben, beschreibe ich später noch einmal. Jetzt waren wir in China angekommen.

Der Folgetag brachte dann zunächst eine Eingewöhnung in die Büroabläufe, ein gemeinsames Mittagessen und abends (wir wohnen alle im selben Hotel und man trifft sich zu verabredeten Zeiten in der Lobby) ein Essen in einer Hooters Bar.

Wir waren gespannt und das zu Recht. In Peking!!
See the pics!

 

eine amerikanische Variante von Erlebnis Gastronomie

 

unsere völlig überforderte Bedienung "Blair"

 

Bild 1: Oliver Sattelhak, Projekt Manager China bei HMS, ein super sympathischer Kollege und mega kpmpetent, sachade, dass er morgen abreist.

Bild 2: Christina Meier, Direktionsassistentin aus Düsseldorf. Nicht weniger sympathisch und kompetent und ausgesprochen attraktiv. (im Hintergrund ihr Freund, er weis das auch und kam überraschend nach China, netter junger Mann)

Und na klar, das musste ich haben:

 

 

Finden Sie die 8 Unterschiede!


Heute war es dann schon etwas interessanter, da wir Abläufe kennen gelernt haben und uns einfummeln. Man weis, wer was macht und für was zuständig ist, ich habe mit Frau Meier (see the pics) die „Azubis“ eine Stunde unterhalten (mache ich ab morgen tgl 1 Stunde) und nach dem obligatorischen Lunch sind wir abends gemeinsam (auch Direktor Rübel war dabei) fein chinesisch essen gegangen. So, wie man chinesisch isst, alles in die Mitte, drehen und man nimmt, was einem schmeckt. 10 Personen, Vor- und Hauptspeisen, Getränke (jeder mehrere) und auf einem Niveau, eines guten deutschen chinesischen Restaurants. Für insgesamt 119,00 €. Unglaublich.

 

McDonald auf chinesisch, die hbsche Frau Meier,     Herr Timmermann (HMS) und Oliver Sattelhak

 

Round Table

Auf dem Heimweg haben wir noch in einer Disco halt gemacht. Der Kick, Handy in der Hand und Zigarettenfilter in Bier tauchen und durch die Nase einziehen, ... andere Länder, andere Sitten.

 

die U - Town Shopping Mall bei Nacht,        ich wurde noch kurz verhaftet

 

Die Barkeeperin hat meine Brill geklaut,                      habe ich mir dann zurück geholt.

(Alle Fotos dann in einem kommenden Ordner, @ O, alle)


Ich habe allerdings so viele Eindrücke und Gedanken, die ich zunächst sortieren muss, bevor ich alles aufschreibe, was mir so raus will, dass es sich zunächst sehr nüchtern anhört. But believe me, there is coming more. Leider leiden darunter auch meine persönlichen Empfindungen aber das kommt, wir haben noch einiges vor hier.

Zudem habe ich die Zeitumstellung noch nicht ganz überwunden und brauche Schlaf. Ich berichte weiter, aus dem Reich der Mitte.
 

 

Beijing, der 06. Juni 2009, der Tag der großen Mauer (für mich)

 

    

 

Ich weis, ich weis, Tourinepp und ich habe mit gemacht. Aber für 5,00 € wollte ich das haben.

Es ist Wochenende und wir haben keinen Diesnt, also habe ich beschlossen, kulturell China zu erobern. Die Woche im Büro war nicht so prickelnd, da interne Differenzen und die fehlende Präsenz für meine Aufgabe alles etwas langweilig sein lassen. Allerdings ist es so schlimm nicht. Wir haben gute Eindrücke, können uns optimal vorbereiten und beim nächsten Tripp wird unser Job umso besser.

Inzwischen haben wir auch einen recht guten Kontakt zu allen Beteiligten und erste Empfindungen haben sich zum Teil revidiert. Sehr schön.

Mein Reisepartner, der Kulturbanause, (er meint auch, weil ich aus Berlin komme, bin ich Mauergeil) wollte bei der Hitze nicht krakseln.

Und heute Morgen??? Regen und 25 °C. So what, ich hatte für 290 Chinadollar (29,00 €) gebucht und wurde dann von einem Kleinbus bzw. dem Guide, um 10:45 Uhr an der Reception abgeholt. Das Warten habe ich mir vertrieben beim Flirten mit den Empfangsmädels. Auch, weil mein Internet nicht ging. Da habe ich meinen Übersetzer raus geholt und denen das erklärt. Habe auch Fangfragen eingebaut, hat auch geklappt. Fotos folgen.

Im Bus waren wir neben dem Fahrer und James, dem chin. Guide noch 7 Touristen. 5 Amis aus New Yok, einer aus O.C. California und ich. Amis können schon blöde sein. Alle haben mir erzählt, wann sie schon mal in Berlin waren oder wen sie da kennen. Die Frage, ob die Mauer denn schon ganz weg ist, habe ich beantwortet mit dem Satz:  "Ich bin Abrißbauarbeiter und soll mich an der chinesischen Mauer weiterbilden." Da haben mir alle auf die Schulter geklopft und mir toi, toi, toi gewünscht. Auf jeden Fall war ich war ich vor weiteren Fragen sicher.

China funktioniert wie überall auf der Welt, zuerst wurden wir auf dem Weg an einer Porzellanmanufaktur ausgeladen.

 

  

 

Hier wird noch wie in alten Zeiten alles von Hand gemacht. Eine Offizierin führte uns dann durch das Gelände und wir endeten im Showroom.

 

 

 

Hier gibt es gifts von 1,00 € bis 200.000,00 €. Als Überraschung habe ich für Sarotti hier ihr Mitbringsel gekauft. Rate mal! Wirst aber erfreut sein.

 

 

Unser Bus, voll mit bekloppten Amis.

 

 

 

Oben angekommen, Peking ist umgeben von Bergen und einem jungen Wald (die haben 1,5 Milliarden Bäume geplanzt, vor 20 Jahren, bis jetzt, da früher alles mit Holz gebaut wurde, ...praktisch eine Wüste) kommen die notwendigen Touristeninformationen.

Links zur Seilbahn, rechts, für die Irren, zum Fußaufstieg.

 

 

Man steigt aus der Seilbahn aus und sieht als erstes....

deutsche Unternehmen sind Sponsor bei der Rekonstruktion der Mauer.

 

 

Und dann bin ich da.

Auf der chinesischen Mauer, eines der sieben Weltwunder.

 

 

  

Impressionen, mehr die Tage im Fotoordner, das Internet ist etwas langsam und ich stelle unzählige Fotos in den nächsten Tagen ein, siehe unter China 09, Fotos!

 

 

 

Ich habe meiner Mutter versprochen, ihr einen Stein von der Mauer mit zu bringen.

Hier der Beweis. Mami, der ist wirklich von der Mauer.

 

 

Am Bergfuß gibt es den Aufstiegseinstieg. Interessant, weil hübsch angelegt und mit Tropfsteinhöhle etc.

Was ich sehr beängstigen finde, ich habe in Beijing City noch nicht einen Vogel gesehen. Es zwitschert nichts und es gibt einfach keine Vögel.

Insekten auch nicht. Als ob es ein Verkehrsschild gibt mit einem Vogel drauf und einem Kreuz für "Verboten". Die scheinen hier so viel Pestizide in die Luft zu hauen, dass die Tiere weg bleiben.

Der Smog tut natürlich sein Übriges. Ich hatte mich erst gewundert, .... viele "Einheimische" haben den blauen Himmel erwähnt. Offensichtllich etwas Seltenes.

 

 

 

Wenn man den Berg zum Parkplatz herunter läuft, wird man von Hunderten von Händlern zum Kauf animiert. Ich war tapfer und habe keinen Ramsch gekauft. Erst als eine recht hübsche Chinesin mich ansprach, habe ich das oben gezeigte T-Shirt erstanden.

Übrigens, hier habe ich erfahren, dass ich im Jahr des Ochsen geboren wurde, Jeffrey im Jahr des Affen. What ever it means.

Alles "one Dollar", ... aber dann. .!.! Handeln macht hier übrigens Spaß, Danke Oliver, hab von dir gelernt, Würfeln lerne ich gerade.

 

 

 

Auf der Heimfahrt habe ich noch den Supergau und das Trauma eines jeden Hoteliers gesehen. Feuer in einem Hotel. Im Februar hat ein Feuerwerkskörper dieses, zum Glück noch nicht eröffneten, Hotel fast komplett vernichtet. Wegen der Einsturzgefahr des nebenan stehenden, imposanten Gebäudes einer TV-Anstalt wird es noch nicht abgerissen.

 

Abends wollte ich noch mit Harald Juen Billiard spielen gehen. Ich war aber zu müde. Dafür habe ich ihn entjungfert. Er hat sich mit der Muße bei Xing angemeldet und ich war sein ertser Kontakt.

 

Morgen erarbeite ich den Platz des Himmlichen Friedens, den Kaiserpalast und etwas Altstadt und freue mich riesig darauf.

wân ân

Gute Nacht!!!

*****

 

 Beijing, der 07. Juni 2009, Seightseeing again

Wenn ich der Kaiser von China wäre, ich würde mir sofort meinen Palast zurückholen. Zumindest einen Teil. Das ist "loftliving" at it’s best. Man muss natürlich recht vermögend sein, um das Ding zu unterhalten, aber es lohnt sich.

Ich war mal wieder mit meinem Rheinländischen Reisepartner verabredet aber da er gestern lange aus war und heute zum Lunch im Westin Hotel mit Herrn Knöpfle weilte, habe ich erstmal beschlossen alleine die ersten big shots aufzusuchen.

Ich nehme ein Taxi, zeige auf dem Stadtplan mit dem Finger wo ich hin will und los geht’s. Diesmal 1,50 €, war dann doch ein Stück.

Ich habe mich zum Beihai Park fahren lassen, eine absolute Musslocation. Der Park liegt auf einer Insel im Beihai – See.

Eine kleine Straße mit abenteuerlichen Läden links und rechts führt einem direkt zur Brücke mit dem Ticketschalter. 10 Yuan (die Währung hier)

 

  



Auf der Brücke eröffnet sich der Blick auf den See (auf dem man sehr schön Boot fahren kann im Sommer und im Winter Schlittschuh fährt) und zu unzähligen Seerosen.

Übrigens, wieder keine Vögel, nirgendwo, auch später nicht und das in einem Park.
 



Ich verstehe die Volkswirtschaft hier ohnehin nicht. Zunächst wirkt alles absolut westlich. Es gibt alles (und mehr), was man kaufen möchte. Andererseits frage ich mich, wer die ganzen Menschen bezahlt. Sicherlich ist alles recht günstig, insbesondere Technik (gefaked) aber an jeder Ecke stehen Polizisten und fegen irgendwelche Leute die Straße. Vor unserem Apartmenthaus steht immer einer, der mir salutiert und einer am Eingang, der aufpasst, dass niemand Unberechtigtes rein kommt. Menschen ohne Ende. Aber keine Vögel. Und keine Insekten. Das muss auch die Gesundheit der Menschen beeinflussen.

Nach einem Tor und einem erneuten Aufstieg (wäre eh nix für Dietmar gewesen) erreicht man die weiße Pagode (und weitereen 10 Yuan aus dem 11. Jahrhundert. 45 m über NN. Nun gut, ich habe keinen Bezug zur Historie hier, flirte mit zwei bildhübschen Chinesinnen (sie haben mich fotografiert aber sich geweigert, dass ich ein Foto von den Beiden mache, sie kommen vom Land, wenn die Bauernmädels da alle so aussehen, nix wie hin)
 

  



Mein nächstes Ziel sehe ich von der Pagode aus. Den Jingshan Park mit seinem Tempel. Für Insider, man geht einfach die Doushamnen Jie hinunter und erreicht das Tor, an dem man 3 Yuan bezahlt.
 

   



In beiden Parks war ich fast der einzige Europäer. Die Einheimischen nutzen diese Parks sehr gerne und so war der voll von Asiaten, die auch nur die Hälfte zahlen. Also 15 Cent, ist ok finde ich.

Mitten im Park fand dann starsearch auf chinesisch statt.

Ich stelle zu Hause das Video (und andere) auf youtube ein. Ist hier in China gesperrt, wie auch andere Seiten. Insbesondere social networks, da könnte wohl zuviel Kontakt nach außen aufgebaut werden. Facebook funktioniert heute  gar nicht, hi5 nie und andere laden sich ewig hoch. Kontrolle ist gut.

Am Parkausgang finde ich noch die Seerosenzucht und Bonsais,
 

  

 



Danach beschließe ich ein Taxi zu nehmen und zum Platz des himmlischen Frieden zu fahren. Tian’anmen square.

Der Weg führt außen am Kaiserpalast lang und ich wäre zu Fuß eine gute Stunde unterwegs gewesen. Während ich am Straßenrand auf ein Taxi warte quatscht mich ein älterer Herr mit einem 100 jährigen Fahrrad an.. Dass das eine Rikscha ist, habe ich erst beim zweiten Blick gesehen. Er will 50 Yuan haben. Ein Taxi kostet 10. Ich gebe ihm 37, die hatte ich gerade klein, er geht sich erstmal Zigaretten kaufen und ich fahre wie früher in einer Rikscha zu meinem Ziel. Ein Traum wurde war, there are nine million bycicles in beijing, und mit einem war ich unterwegs.

Man hat der Kerl geschwitzt. Dabei hatte ich schon wieder etwas abgenommen, ... aber sein Fahrrad war auch ein Unicum. Zum Bremsen hat er ein altes Seil gezogen. Ansonsten war die Fahrt durch den wüsten Verkehr mit ihm recht abenteuerlich. Er kannte keine Verkehrsregeln, bzw. meinte, dass er die Regel ist und ich begann auch zu schwitzen.
 

 



Plötzlich hält er an, steigt ab und hält mir Fotos vor. Da wollte der Kerl mich doch glattweg in ein Bordell fahren. Ich lehne dankend ab, (mein Kulturbedürfnis war heute anders) und er fährt weiter. Als er tief einatmet und kräftig auspuckt, hatte ich auch Angst vor der Schweinegrippe und wollte ihm ein Thermometer an den Kopf halten. Plötzlich, wohl weil ich kein Puffprovisionskunde war und nur 37 chinese Dollar bezahlt habe, hält er an und erklärt, dass die Fahrt hier zu Ende ist. War ok, da ich nur noch zwei Minuten zum Platz des himmlischen Frieden zu laufen hatte.
Um dort hin zu gelangen muss man Tunnel benutzen, da die 300 spurige Straße in der Tat nicht zu Fuß zu überqueren ist. Wie sich der Verkehr da von selbst regelt, ist nur was für Mathematik- und Physikprofessoren.

Im Tunnel selbst kommt dann eine Schleuse, wie am Flughafen, Röntgengerät für Taschen und Passkontrolle für (offensichtliche) Ausländer.

Der Platz selbst???

Wer das Berliner Olympiastadion klennt und den großen Parkplatz vor dem Haupteingang (mein Freund, der Vizepräsident von Hertha kennt ihn), ungefähr die 15 fache Fläche. Ein anderer Freund, Jörg Krüseke, hätte sofort ausgerechnet, dass man für ein Straßenfest mit 3000 Ständen und 90 Bühnen nach einem Gaucklerfest ausgesorgt hätte.
 

  

 



Das Mao Mausoleum habe ich mir verkniffen, wer will schon die Mumie sehen, das Gebäude war imposant genug. Zumal er auf der anderen Seite am Eingang des Tors des himmlischen Friedens übergroß zu sehen war.
 



Ich nehme links den Eingang zum Zhongshan Park und bezahle 3 Yuan. „3“, so günstig? Egal, nicht fragen, einfach rein da. Und laufen, laufen, laufen, an Seen vorbei, Tempeln (Eintritt 2 Yuan, da dachte ich, „ok günstig rein und von Haus zu Haus nachzahlen“) und wieder Park. Platz der Ruhe, Platz für die Seele, Platz für die Kinder (find ich gut) und Platz (Haus) für alles andere, was einem gut tut.
 

 



Aber ich bin enttäuscht und suche den Ausgang, so eine kleine Nummer, und die machen so ein Gewese, ... ich will ein Taxi, ins Hotel und früh ins Bett, evtl. treffe ich noch Herrn Klein oder Harald, ... aber das hier... tse, tse, tse.

Zur Orientierung  frage ich am Ausgang eine Einlasserin wo ich eigentlich bin und halet ihr meinen Stadtplan hin. Ich habe diesen popeligen Park noch gar nicht verlassen und war noch Meilen vom eigentlichen Palast entfernt. Also mit einem neuen Parkmap weitr zum richtigen Highlight. Und das war es dann.
 

 

   


So genau davor, ist das schon ein gigantisches Bauwerk und wie ich erfahren sollte, eine Stadt in der Stadt.

Zunächst werde ich im 20 Sekundentakt angesprochen.  „need guide?“ von denen, die dich durch die verbotene Stadt führen wollen, „how are you?“ von young chinese girls, die verbotene Sachen mit mir machen wollten. Unglaublich, ca. 30 mal auf 200 Metern boten sie mir Badespiele und Girlfriendship an. Ich war wieder tapfer, ohne den Palast gesehen zu haben, spielt sich da nix ab. Aber ich komme ja wieder raus. Glaube ich.

60 Yuan Eintritt finde ich auch nicht übertrieben und ich nehme weder einen Guide, noch eine elektronische Hilfe noch eine der Damen mit und schreite in die Stadt, die es zu sehen lohnt. Ob man jedes der Häuser so intensiv verarbeiten muss, soll jeder für sich entscheiden. Der Tempel der Winde, der Glückseeligkeit, der Harmonie, der inneren Ruhe u.s.w.
 

 



Ich laufe die Mainstreet entlang und bin einer von Millionen. Links und rechts neben der Strada Galactica gibt es Abzweigungen und man kann in die großen Häuser nur von außen rein sehen. Nach dem, so ca. 8. Haus und 2 km, kommen unzählige kleine Gassen mit wieder kleineren Häusern und dazugehörigen Parks.


Man läuft und läuft, es ist überdimensional. Interessant (ich habe mich manchmal einfach an Gruppen angeschlossen und etwas zugehört, hier waren mehr nichtasiatische Ausländer, bis es langweilig wurde. Gute Strategie. Bei einer Gruppe junger Südamerikanerinnen bin ich locker 15 min mit marschiert.

Nun ja, die Sänfte, die ich zuletzt fotografiert habe, hätte ich gerne, inkl. Träger, für den Heimweg gehabt.
 



Ich bin wieder durch den Haupteingang hinaus, habe alle Fragen nach Abendbegleitung abgelehnt (wobei, ich wollte wissen, was das kostet, aber die waren gleich immer eingeschnappt und wollten erst quatschen, .... nach 10 km Fußmarsch, da hab ich für so’n Kram keine Lust.

Ein letztes Foto, zurück durch den Zhongshan park, ein Taxi und kaputt im Hotel.
 



Mal sehen, was die nächste Woche bringt, ich hoffe, etwas konstruktive Arbeit, Fun after office und ... na ja, ich bin mit einer netten jungen Chinesin verabredet, ich werde berichten, ... wenn es klappt.
 

There are no birds in Beijing,

back home und die zweite Woche sowie das Fazit, 15. Juni 2009

 

Fazit

Nun bin ich wieder zu Hause und immer noch voller Impressionen.

Die zweite Woche stand unter dem Zeichen, noch Mitbringsel zu organisieren und so gut es geht, seine Arbeit zu finden. Da wir eine reduzierte Truppe waren, haben wir auch eher individuell unsere Abende verbracht.

Am Mittwoch hatte ich mir vorgenommen, alle „Deutschen“ zum Abschiedsessen einzuladen. Benny, der F&B Assi, hat uns ein schönes Beijing Duck Restaurant raus gesucht und wir waren zu sieben Personen lecker Peking Ente essen. Mit Side Dishes ohne Ende, zwei Enten, Getränke reichlich und so weiter. Als dann die Rechnung kam und ich 289 RMB bezahlen musste, war ich natürlich freudig überrascht. Knapp 30 € waren ein guter Preis.

 

 

Treffen vor dem Hotel

 

 

Beijing Duck                                    große Tafel                                                    alles muss wieder raus, spannend

 

 

andere nette Gäste im Restaurant

 

Meine Nachwirkungen sind wie folgt.

Peking ist eine internationale Stadt mit reichlich Superlativen. Es ist spannend dort zu arbeiten und wir hatten einen Vorteil, der seines Gleichen sucht. Da wir nicht als Touristen lediglich die Sehenswürdigkeiten abarbeiteten, sondern morgens mit den Millionen anderen Menschen zur Arbeit gingen, Mittag aßen, chinesische Kollegen hatten und in einem normalen Tagesablauf integriert waren, hatten wir eine zweite kulturelle Erfahrung, die weit intensiver ist, als der Anblick eines Tempels, Platzes oder die Fahrt mit einer Rikscha.

Die große Mauer war jedoch ein highlight in meinem Leben.

ABER: there are no birds in Beijing. Da nimmt es sich fast grotesk, dass das „birdsnest“ Vogelnest – Olympiastadion, diesen Namen trägt. Eventuell habe ich es deshalb aus Protest nicht besucht.

Wer mal nach China fliegt, sollte mich unbedingt vorher anrufen, ich gebe Tipps für Unterkunft und Insiderkontakte. Ich werde, wenn sich mir die Chance bietet, immer wieder gerne dort hin fliegen. Wenn möglich first class. 10 Stunden Holzklasse ist nicht spannend. Auch wenn ich hübsche Chinesinnen um  mich rum hatte.

Ach ja, der Flughafen war auch beim Abflug wieder ein imposantes Erlebnis. Gigantische Ausmaße. Wer denkt, der Lerther Bahnhof in Berlin ist ein topping act, der hat eben Beijing Airport noch nicht gesehen. Das wäre dort die Abfertigung für eine kleine Airline.

 

Gigantismus


Nun hat mich der Alltag wieder. Am Sonntag war ich in der Eierschale, da meine süße Sarah dort zum Brunch sang. Später kam sie noch zu mir und wir haben unsere neuen Mini I Phones eingerichtet. (Danke mein Schatz für deinen Besuch, du bist schon ein süßes Kind). Julia, meine andere süße Maus muss ihr Telefon noch abholen, freue ich mich auch schon, die Kleine wieder zu sehen. Und Jeffrey, na der hat das Telefon schon richtig im Griff. Aber wie es so ist im Leben. Da denkt man, man macht ein Schnäppchen, schwitzt bei Zoll passieren wie in der Sauna und dann hat man wahrscheinlich ein hübsches Detail, was aber an Funktionalität zu wünschen übrig lässt. Meines kann alles Mögliche aber nicht telefonieren. Tja, dumm gelaufen.

Mein Tripp war ein Hammer, ich kann es jedem nur empfehlen und die vielen neuen Kollegen, die ich kennen lernen durfte, sind auch eine Bereicherung in meinem Leben.

Der neue Direktor, Volkmar Rübel (mal googlen) ist ein ausgesprochen hoch interessanter Mann. Ein Grandseigneur, wie ich sie schon immer bewundert habe und von denen man in jedem Alter noch sooo viel lernen kann. Vielen Dank, Herr Rübel, dass ich Sie und vor allem so kennen lernen durfte. Ich würde mich sehr freuen, Sie in Berlin begrüßen zu dürfen. Ich zeige Ihnen dann allerlei Vögel.

Beijing / Berlin im Juni 2009
 

 

Letztes Foto in Beijing, ... glücklich!!!

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